Hugo Rahner

Johannes Holdt

Hugo Rahner - sein geschichts- und symboltheologisches Denken


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Johannes Holdt, Hugo Rahner - sein geschichts- und symboltheologisches Denken (Paderborn: Schöningh 1997; 211 Seiten, kart., ISBN 3-506-73956-5).

"Sind Sie der Bruder des berühmten Rahner?" - wurde Hugo Rahner gefragt. "Nein, das ist mein Bruder", lautete seine ironische Antwort.
Tatsächlich war Hugo Rahner bis zum Beginn der 60er Jahre zweifellos der bekanntere der beiden Theologen-Brüder Karl und Hugo Rahner. "Wer damals rühmend den Namen 'Rahner' erwähnte, dachte dabei eher an Hugo Rahner", erinnert sich Josef Pieper.
Umso erstaunlicher das beinahe vollständige Vergessen Hugo Rahners seit seinem Tod im Jahr 1968. Vermutlich ließ sich sein den abendländischen Wurzeln des Glaubens verpflichtetes Denken nur schwer mit dem utopisch-progressiven Geist verbinden, den diese Jahreszahl symbolisiert.
Nachdem das Lebensgefühl der sechziger und siebziger Jahre dem der neunziger Jahre Platz gemacht hat und die Erkenntnis zu reifen beginnt, daß es nicht sinnvoll ist, das Christentum für das dritte Jahrtausend neu erfinden zu wollen, mag jetzt die Zeit für eine Wiederentdeckung Hugo Rahners gekommen sein.

Man kann Hugo Rahners theologisches Werk (z.B. seine Bücher "Griechische Mythen in christlicher Deutung", "Symbole der Kirche", "Abendland") als Symbol für die geistige Integration Europas verstehen. Rahners Denken - das die zentrale These des Buches - gründet in einer Theologie des Abendlands.
Damit wird eine durchaus aktuelle Fragestellung berührt, nämlich jene nach der Bedeutung, den Spezifika und der Zukunft der abendländisch-europäischen Glaubensgestalt. Für Hugo Rahner (der sich in dieser Hinsicht signifikant von Karl Rahner unterscheidet) gibt es ein bleibendes Erbe Europas für das Christentum der Zukunft. Dieses besteht neben bestimmten kulurellen und institutionellen Strukturmerkmalen (z.B. der abendländischen Kirchenfreiheit, der katholischen Einheit oder der Kultur- und Denkform der 'Mitte') besonders im abendländischen Humanismus und in der Symbolwelt der christlichen Antike.
Was Hugo Rahner hier z.B. über das Kreuzmysterium oder die marianische Gestalt der Kirche zu sagen hat, birgt kostbare Einsichten und Anregungen - gerade für eine Kirche, die sich an der Schwelle des Dritten Jahrtausends mit der schweren Aufgabe der (Neu-)Inkulturation des Christentums konfrontiert sieht. In Thesen zu dieser dringlichen theologischen Frage wird Hugo Rahners Denken für heute fruchtbar gemacht.

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