Gnadenbild von Guadalupe

MARIA,
DIE MUTTER GOTTES



Was sagt die Kirche über Maria?



Zitate aus dem Katechismus der Katholischen Kirche,
dt. Ausgabe München 1993.

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... "GEBOREN VON DER JUNGFRAU MARIA"

(488) "Gott hat seinen Sohn gesandt" (Gal 4,4). Um aber diesem "einen Leib zu bereiten" (Hebr. 10,5), sollte nach seinem Willen ein Geschöpf in Freiheit mitwirken. Zu der Aufgabe, Mutter seines Sohnes zu sein, hat Gott von aller Ewigkeit her eine Tochter Israels, eine junge Jüdin aus Nazaret in Galiläa, auserwählt, eine Jungfrau, die "mit einem Mann namens Josef verlobt (war), der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria" (Lk 1,26-27)

"Der Vater der Erbarmungen wollte, daß vor der Menschwerdung die vorherbestimmte Mutter ihr empfangendes Ja sagte, damit auf diese Weise so, wie eine Frau zum Tode beigetragen hat, auch eine Frau zum Leben beitrüge." (LUMEN GENTIUM 56)

(489) Während des ganzen Alten Bundes wurde die Berufung Marias durch die Sendung heiliger Frauen vorbereitet. Trotz ihres Ungehorsams wird Eva schon zu Beginn verheißen, sie werde einen Nachkommen erhalten, der den Bösen besiegen werde, und die Mutter aller Lebendigen sein. Kraft dieser Verheißung empfängt Sara trotz ihres hohen Alters einen Sohn. Wider alle menschliche Erwartung wählt Gott das, was als machtlos und schwach gilt, um zu zeigen, daß er seiner Verheißung treu bleibt: Hanna, die Mutter Samuels, Debora, Rut, Judit und Ester sowie viele andere Frauen. Maria "ragt unter den Demütigen und Armen des Herrn hervor, die das Heil mit Vertrauen von ihm erhoffen und empfangen. Mit ihr als der erhabenen Tochter Sion ist schließlich nach langer Erwartung der Verheißung die Zeit erfüllt und die neue Heilsökonomie begonnen." (LUMEN GENTIUM 55)

DIE GOTTESMUTTERSCHAFT UND JUNGFRÄULICHKEIT MARIAS

(495) In den Evangelien wird Maria, "die Mutter Jesu" genannt (Joh 2,1; 19,25). Weil der Heilige Geist sie dazu anregt, wird sie schon vor der Geburt ihres Sohnes als "die Mutter meines Herrn" bejubelt (Lk 1,43). Der, den sie durch den Heiligen Geist als Menschen empfangen hat und der dem Fleische nach wirklich ihr Sohn geworden ist, ist ja kein anderer als der ewige Sohn des Vaters, die zweite Person der heiligsten Dreifaltigkeit. Die Kirche bekennt, daß Maria wirklich Mutter Gottes (Theotokos, Gottesgebärerin) ist.

So sagt der hl. Ignatius von Antiochien (zu Beginn des 2. Jahrhunderts): "Ihr seid vollkommen überzeugt von unserem Herrn, der wirklich aus dem Geschlecht Davids stammt nach dem Fleische, Sohn Gottes nach Gottes Willen und Macht, wirklich geboren aus einer Jungfrau ..., wirklich unter Pontius Pilatus ... angenagelt für uns im Fleische ..., und wirklich litt er, wie er sich auch wirklich auferweckte" (Smyrn. 1-2)

(496) Schon in den ersten Formulierungen des Glaubens hat die Kirche bekannt, daß Jesus einzig durch die Kraft des Heiligen Geistes im Schoß der Jungfrau Maria empfangen wurde. Auch der leibliche Aspekt dieses Geschehens wurde mitausgesagt: Sie hat Jesus "ohne Samen aus dem Heiligen Geist empfangen" (Synode im Lateran 649). Die Väter sehen in der jungfräulichen Empfängnis das Zeichen dafür, daß wirklich der Sohn Gottes in eine uns gleiche menschliche Natur kam.

(497) Die Berichte in den Evangelien fassen die jungfräuliche Empfängnis als ein Werk Gottes auf, das über jedes menschliche Verständnis und Vermögen hinausgeht. Der Engel sagt zu Josef von Maria, seiner Braut: "Das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist" (Mt 1,20). Die Kirche erblickt darin die Erfüllung der Verheissung, die Gott durch den Propheten Jesaja gegeben hat: "Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären" (Jes 7,14).

MARIA - MUTTER CHRISTI, MUTTER DER KIRCHE

(507) Maria ist Jungfrau und Mutter zugleich, weil sie das Inbild der Kirche und Kirche im Vollsinn ist: Die Kirche wird "durch die gläubige Annahme des Wortes Gottes ... auch selbst Mutter: Denn durch Predigt und Taufe gebiert sie Kinder, die vom Heiligen Geist empfangen und aus Gott geboren sind, zu neuem und unsterblichem Leben. Auch sie selbst ist Jungfrau, die das Treuewort, das sie dem Bräutigam gegeben hat, unversehrt und rein hält" (LUMEN GENTIUM 64).

(963) Von der Stellung der Jungfrau Maria im Mysterium Christi und des Heiligen Geistes war bereits die Rede. Nun ist ihr Platz im Mysterium der Kirche zu betrachten. "Die Jungfrau Maria ... wird als wahre Mutter Gottes und des Erlösers anerkannt und geehrt ..., sie ist ausdrücklich Mutter der Glieder (Christi),... weil sie in Liebe mitgewirkt hat, daß die Gläubigen in der Kirche geboren werden, die jenes Hauptes Glieder sind" (Augustinus, virg. 6)" (LUMEN GENTIUM 53). "Maria, Mutter Christi, Mutter der Kirche" (Paul VI:, Ansprache vom 21. November 1964).

(969) "Diese Mutterschaft Marias in der Gnadenökonomie dauert unaufhörlich fort, von der Zustimmung an, die sie bei der Verkündigung gläubig gewährte und an der sie unter dem Kreuz ohne Zögern festhielt, bis zur immerwährenden Vollendung aller Auserwählten. Denn nach ihrer Aufnahme in den Himmel hat sie diese heilbringende Aufgabe nicht niedergelegt, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu verschaffen... Deshalb wird die selige Jungfrau in der Kirche unter den Titeln der Fürsprecherin, der Helferin, des Beistands und der Mittlerin angerufen" (LUMEN GENTIUM 62).

DIE VEREHRUNG DER HEILIGEN JUNGFRAU

(971) "Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter" (Lk 1,48) - "Die Verehrung der Kirche für die selige Jungfrau Maria gehört zum Wesen des christlichen Gottesdienstes" (MARIALIS CULTUS 56). "Maria wird ... mit Recht ... von der Kirche in einem Kult eigener Art geehrt. Schon seit ältester Zeit wird die selige Jungfrau unter dem Titel der "Gottesgebärerin" verehrt, unter deren Schutz die Gläubigen in allen Gefahren und Nöten bittend Zuflucht nehmen können. ... Dieser Kult ... ist zwar durchaus einzigartig, unterscheidet sich aber wesentlich vom Kult der Anbetung, der dem menschgewordenen Gott gleich wie dem Vater und dem Heiligen Geist dargebracht wird, und er fördert diesen gar sehr" (LUMEN GENTIUM 66). Er findet seinen Ausdruck in den der Gottesmutter gewidmeten liturgischen Festen und im marianischen Gebet - etwa im Rosenkranz, der "Kurzfassung des ganzen Evangeliums".

MARIA - ESCHATOLOGISCHE IKONE DER KIRCHE

(972) Um die Rede von der Kirche, ihrem Ursprung, ihrer Sendung und Bestimmung abzuschließen, können wir nichts Besseres tun, als den Blick auf Maria zu richten. An ihr können wir betrachten, was die Kirche in ihrem Mysterium, in ihrer "Pilgerfahrt des Glaubens" ist und was sie am Ende ihrer Wanderung in der Heimat sein wird. Dort erwartet Maria in der Herrlichkeit "der heiligsten und ungeteilten Dreifaltigkeit", "in Gemeinschaft mit allen Heiligen" (LG 69) die Kirche. Diese verehrt sie als Mutter ihres Herrn und als ihre eigene Mutter:

"Inzwischen aber leuchtet die Mutter Jesu - wie sie im Himmel, schon mit Leib und Seele verherrlicht, Bild und Anfang der in der kommenden Welt zu vollendenden Kirche ist, so hier auf Erden, bis der Tag des Herrn gekommen ist - dem pilgernden Volk Gottes als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes voran" (LG 68)
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